Aussehen Die Palme Phoenicites lepidocaryoides hatte Fiederblätter. Damit gleichen die Blätter den heutigen Kretischen Dattelpalmen, Echten Dattelpalmen und Ölpalmen. Im Gegensatz dazu stehen Fächerpalmen, wie die heutigen Seychellenpalmen, Palmettopalmen und Chinesischen Hanfpalmen. P. lepidocaryoides wurde 1989 anhand eines fossilen Fiederblattes der Grube Messel beschrieben. Bisher wurde die Art in noch keiner anderen Fossillagerstätte nachgewiesen.
Verwandtschaft Die Gattung Phoenicites ist in europäischen und nordamerikanischen Fundstellen aus dem Tertiär, ab dem Eozän, nachgewiesen. In Europa sind sie weit verbreitet, während sie nur aus wenigen nordamerikanischen Fundstellen bekannt sind. Ein Rätsel gibt das Vorkommen einer Art von Phoenicites in miozänen Sedimenten der Südinsel (Neuseeland) auf. Es stellt sich die Frage, wie diese Palmengruppe praktisch das andere Ende der Welt besiedeln konnte, falls die Fossilien nicht fälschlich der Gattung Phoenicites zugeordnet wurden. Diese Palmenart wurden 1887 von Constantin von Ettingshausen aus der Nähe von Cromwell beschrieben und 1993 der Gattung Phoenicites zugeordnet. Es handelt sich hierbei um P. zeelandica. Aus Deutschland, der Schweiz, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Frankreich, Italien und Bulgarien sind die Arten P. pumilia, P. danteana, P. angustifolius, P. spectabilis, P. salicifolius, P. wettinoides, P. eocenica, P. borealis und P. lepidocaryoides bekannt. Aus den Vereinigten Staaten von Amerika stammen P. occidentalis und noch eine unbeschrieben Art.
Es besteht wahrscheinlich eine nähere Verwandtschaft zur heutigen Gattung Phoenix, den Dattelpalmen. Von diesen sind 13 bis 20 Arten in Afrika, Asien und Europa verbreitet.
Häufigkeit Obwohl Palmenreste in der Grube Messel schon früh gefunden wurden sind sie recht selten. Bisher sind Blätter, Blüten und Früchte als Fossilien überliefert worden. Diese zeigen, dass es mehr als eine Palmenart am Messelsee gegeben haben muss. Palmenblätter sind seltener als die Früchte und Blüten. Dies liegt unter anderem daran, dass sie nach dem absterben am Stamm verbleiben und dort verrotten. Nur selten werden sie beispielsweise durch den Wind abgerissen. Dies erklärt, weshalb sie seltener in den See gelangt sind. Außerdem kann man deshalb bei den Palmwedeln, im Gegensatz zu den Blüten und Früchten, darauf schließen, dass sie nahe am Seeufer gestanden haben müssen. Die Wedel werden unter normalen Umständen nicht weit transportiert.
Klimaanzeiger Da Palmen bestimmte Temperaturen benötigen sind sie gute Klimaanzeiger. Heutzutage kommen sie nur in tropischen und subtropischen Gebieten und wenigen Gebieten mit warmgemäßigtem Klima vor. Weiterhin hatte diese Palmengruppe einen hohen Wasserbedarf.
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Foto: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung