Fossilien

Eurohippus messelensis

Fakten

Deutscher Name

Messeler Urpferd

Taxonomie

Säugetiere; Pferdeartige Art

Benannt durch

Haupt

Jahr

1925

Erdzeitalter

Eozän

Alter

47 Millionen Jahre

LEBENSWEISE Eurohippus messelensis ist momentan mit 45 Skelettfunden das häufigste in der Grube Messel entdeckte Urpferdchen. Dies halten einige Paläontologen für einen Hinweis darauf, dass die Art in kleinen Gruppen lebte. Es erreichte die Höhe eines Foxterriers. Überlieferte Mageninhalte zeigen an, dass sie sich von Blättern, vorzugsweise Lorbeerblättern, ernährten. Das Messeler Urpferd half auch einen langjährigen wissenschaftlichen Streit zu klären. Manche Forscher waren der Ansicht, die ersten Pferde seien Allesfresser gewesen, bevor sie sich zu Grasfressern entwickelten, wohingegen andere Forscher der Ansicht waren, sie seien zuerst Blattfresser gewesen. Eines der ersten, 1975 gefundenen Exemplare von E. messelensis enthielt Darminhalt. Es war das erste Mal weltweit, dass bei einem fossilen Säugetier Darminhalt nachgewiesen werden konnte. Da der Darminhalt aus einer großen Menge von Laubblättern bestand, bei denen man unter dem Mikroskop sogar noch die einzelnen Zellen erkennen konnte, war die Frage nun geklärt: es waren Blattfresser. Einige wenige Messeler Urpferde waren jedoch Feinschmecker: neben Blättern wurden auch Traubenkerne im versteinerten Mageninhalt gefunden. Das Messeler Urpferd fraß also auch Weintrauben, wenn es an sie herankommen konnte.

Aussehen Neben diesem Beispiel für die Erhaltung von Magen-/Darminhalt gibt es sogar noch die Erhaltung von Weichteilen bei der Art, so dass wir das Messeler Urpferd noch besser rekonstruieren können. Ein Schwanz mit überlieferter Behaarung liefert uns den Beweis, dass der kleine Schwanz überall mit pinselartigen Haaren bedeckt war und eine versteinerte Ohrmuschel zeigt uns, dass die Ohren rundlich waren.

Besonderheiten Mittlerweile hat man auch mindestens acht trächtige Stuten mit jeweils nur einem Fötus im Bauch gefunden. Die Urpferdchen hatten also wie die heutigen Pferde nur ein Fohlen. Dies half auch zu beweisen, dass man das Geschlechte der Fossilien anhand des Beckens sicher unterscheiden kann. Bei einer Stute konnte man sogar Reste der Gebärmutter feststellen, anhand derer man sogar die unterschiedlichen Schichten der ehemaligen Gebärmutterwand unterscheiden kann. Es ist erst der zweite versteinerte Gebärmutterfund der Welt und gleichzeitig auch der älteste direkte Gebärmutternachweis der Welt.

Bildnachweis
Foto: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung