Fossilien

Eopelobates wagneri

Fakten

Deutscher Name

Krötenfrosch

Taxonomie

Amphibien; Krötenfrösche

Benannt durch

Weitzel

Jahr

1938

Erdzeitalter

Eozän

Alter

47 Millionen Jahre

Verwandtschaft Eopelobates wagneri ist mit Abstand das häufigste Amphib der Grube Messel. Vom Jungtier bis zum ausgewachsenen Frosch sind alle Größenstadien dieses Lurches belegt. Bis vor kurzem war allerdings keine einzige Kaulquappe irgendeiner Froschart in der Grube Messel gefunden worden. Mittlerweile ist eine einzelne Kaulquappe ausgegraben worden. Sie wird vorerst dem Krötenfrosch zugeordnet, da die Schädeldeckknochen hierauf hinweisen.
E. wagneri gehört zu den Krötenfröschen. Die wenigen noch heute lebenden Arten der Krötenfrösche lassen sich in vier Gruppen einteilen, die Asiatischen Krötenfrösche wie der Zipfelkrötenfrosch, die Europäischen Krötenfrösche wie die Knoblauchkröte, die Amerikanischen Schaufelfußkröten wie der Südliche Schaufelfuß und die Schlammtaucher wie der Westliche Schlammtaucher. Innerhalb der beiden Gruppen ist E. wagneri der Gruppe der Europäischen Krötenfrösche zuzuordnen.

Paläogeographie Während die Krötenfrösche heute in Asien, Europa und Nordafrika leben, kamen sie im Eozän in Nordamerika und Europa vor (einige Funde deuten darauf hin, dass die Gruppe in der Kreidezeit auch in Asien vorkam). Mit dem Ende des Eozäns stirbt die Gattung Eopelobates in Nordamerika aus. In Europa erlischt Eopelobates erst im Pliozän. Der Grund für das Verschwinden in Europa wird darin gesehen, dass Eopleobates durch Pelobates ersetzt wird. Derzeit geht man davon aus, dass sich Pelobates im mittleren Oligozän irgendwo in Europa entwickelte (möglicherweise aus einer Eopelobates-Population). Eopelobates und Pelobates werden fast nie an denselben Fossillagerstätten gefunden. Zurzeit sind nur jeweils zwei Fundstellen aus Deutschland und Polen sowie jeweils eine aus Russland, der Slowakei und der Ukraine bekannt, wo die beiden Gattungen zu derselben Zeit vorkamen. Der Prozess der Ablösung von Eopelobates durch Pelobates vollzieht sich graduell im Miozän. Aus dem Pliozän gibt es dann nur noch wenige Fundstellen von Eopelobates. Pelobates kommt also seit dem Oligozän bis heute in Europa vor. Eine der heutigen Pelobates-Arten ist die auch in Deutschland vorkommende Knoblauchkröte.

Lebensweise Das Skelett des Krötenfrosches weist daraufhin, dass er vollständig auf dem Land lebte. Die Hinterbeine zeigen, dass er eine laufende bis hüpfende, eher krötenartige Fortbewegungsweise hatte. Die Weichteilerhaltung gibt Hinweise auf eine stark verhornte Haut. Schon der kräftige Schädel und die Zähne im Maul des Frosches wiesen darauf hin, dass er kleine Wirbeltiere erbeuten konnte. Neuerdings sind auch die ersten Krötenfrösche mit Magen- und Darminhalt geborgen worden. Die vorläufigen Ergebnisse der ersten untersuchten Exemplare zeigen neben Insektenresten auch nicht näher bestimmte Knochen von einem Kriechtier. Eine genauere Bearbeitung der Funde ist aber noch nicht abgeschlossen. Allerdings bestätigte dies schon die Theorie, dass der Krötenfrosch E. wagneri Wirbeltiere überwältigen und fressen konnte.


Bildnachweis
Foto: Hessisches Landesmuseum Darmstadt