Aussehen Das Deponiedoppelhundszahnkrokodil Diplocynodon deponiae ist ausgewachsen mit 1 Meter Länge um einiges kleiner gewesen als das Darwin-Doppelhundszahnkrokodil Diplocynodon darwini. Weiterhin hatte das Deponiedoppelhundszahnkrokodil im Gegensatz zum Darwin-Doppelhundszahnkrokodil backenzahnartige Zähne. Ein gutes Unterscheidungskriterium für die beiden Arten ist die Schläfenöffnung. Während die sich hinter den Augenhöhlen befindlichen Schläfenöffnungen beim Deponiedoppelhundszahnkrokodil deutlich verengt sind, sind sie beim Darwin-Doppelhundszahnkrokodil elliptisch und eher flach. Weiterhin sind an den Rändern des Deponiedoppelhundszahnkrokodiles Markierungen, wie man sie auch von den meisten heutigen Kaimanen kennt. Auffällig ist auch die deutlich stärkere Panzerung des Schwanzes bis hin zur Schwanzspitze beim Deponiedoppelhundszahnkrokodil. Dies ist auch schon bei sehr jungen Exemplaren ab mindestens 25 cm Länge der Fall und ein Unterscheidungsmerkmal zu allen anderen Doppelhundszahnkorkodilarten. Die Beine sind ebenfalls mit Hautknochenplatten gepanzert. Der Unterschied in der Größe und der Bezahnung erlaubte es den beiden nah verwandten Doppelhundszahnkrokodilen im gleichen Gebiet zu leben. In mehreren Skeletten des Deponiedoppelhundszahnkrokodils sind Magensteine enthalten gewesen.
Verwandtschaft Verwandtschaftlich geht die Wissenschaft davon aus, dass die Doppelhundszahnkrokodile genauso weit entfernt mit den Kaimanen, als auch mit den Alligatoren verwandt sind. Sie sind mit diesen beiden allerdings näher verwandt, als mit den Echten Gavialen oder den (Echten) Krokodilen. Die Gattung Diplocynodon existierte vom späten Paläozän bis zum mittleren Miozän bzw. möglicherweise bis zum späten Miozän. Derzeit geht man davon aus, dass es sich um eine in Europa endemische (nur hier vorkommende) Gruppe handelt. Zurzeit sind 9 Arten anerkannt. Diese stammen neben Deutschland aus Österreich, Spanien, Frankreich und Großbritannien. Das Deponiedoppelhundszahkrokodil D. deponiae ist bisher nur in Deutschland in der Grube Messel gefunden worden. Es ist noch nicht klar, ob das Deponiedoppelhundszahnkrokodil als nächstes mit D. tormis, D. muelleri, oder den beiden Arten D. ungeri und D. elavericus verwandt ist.
Name Lange Zeit wurde das seltene Deponiedoppelhundszahnkrokodil nicht der Gattung Diplocynodon, also den Doppelhundszahnkrokodilen, zugeordnet. Stattdessen wurde es mit dem neuen Gattungsnamen Baryphracta benannt. Grund hierfür war, dass nicht alle wichtigen Merkmale an den Fossilien vorhanden waren oder untersucht werden konnten. Untersuchungen und vollständiger präparierte Skelette zeigten jedoch zwischen 1999 und 2012, dass die Art den Doppelhundszahnkrokodilen zugeordnet werden muss.
Im wissenschaftlichen Namen steckt das Wort „Deponie“, um daran zu erinnern, dass einige Menschen in der Grube Messel, trotz des Wissens um die vorhandenen Fossilien, eine Mülldeponie errichten wollten. Planungen und Bau der Infrastruktur waren bereits abgeschlossen, bevor Wissenschaftler und engagierte Bürger die Deponie verhindern konnten, bevor der erste Abfall in die Grube gebracht werden konnte.
Bildnachweis
Foto: Hessisches Landesmuseum Darmstadt