Fossilien

Chelotriton robustus

Fakten

Deutscher Name

Messeler Salamander

Taxonomie

Amphibien; Salamander

Benannt durch

Westphal

Jahr

1980

Erdzeitalter

Eozän

Alter

47 Millionen Jahre

Merkmale Chelotriton robustus wurde wenige Zentimeter lang und sein Skelett weist einige interessante Merkmale auf. So sind die Wirbelsäule und der Schädel stark verknöchert. Diese Merkmale stimmen mit der nah verwandten Art Chelotriton paradoxus aus der Fossillagerstätte Enspelmaar (Rheinland) überein. Die Ablagerungen des Enspelmaars stammen aus einem jüngeren Erdezeitalter, dem Oligozän. Der dortige Salamander wird recht häufig gefunden. Im Gegensatz dazu wurde in der Grube Messel nur ein Exemplar des Messeler Salamanders sowie ein weiteres Exemplar einer weiteren Salamanderart gefunden. Von Letzterer unterscheidet sich der Messeler Salamander vor allem durch seine kurzen Rippen.

Verwandtschaft Der Messeler Salamander und die anderen Chelotriton-Arten sind mit großer Sicherheit Echte Salamander. Innerhalb der Echten Salamander zeigen sie Gemeinsamkeiten mit zwei heutigen Gruppen, den Rippenmolchen und den Krokodilmolchen.

Nahrung Im Magen-Darm-Bereich des ersten (und bisher einzigen) Exemplars des Messeler Salamanders sind Reste der letzten Mahlzeit erhalten. Es handelt sich um nicht näher bestimmbare Insektenreste.

Warum werden Salamander so selten in der Grube Messel gefunden? Der Grund warum Salamander in Messel so selten sind ist noch nicht klar. Die Häufigkeit von Salamandern in anderen Fossillagerstätten wie dem Enspelmaar zeigt aber, dass sie prinzipiell erhaltungsfähig sind. Dies wird auch auf den Messeler Salamander mit seinen starken Verknöcherungen zutreffen. Es kann natürlich sein, dass man in tieferen Schichten mehr Salamander finden könnte. Eine weitere Möglichkeit besteht in sogenannten taphonomischen Filtern, d.h. die meisten toten Salamander sind erst gar nicht auf den Seeboden gelangt, wo sie versteinern konnten. Eine dritte Möglichkeit wird deutlich, wenn man die Salamander, der im Vergleich zur Grube Messel etwas jüngeren Fossillagerstätte Geiseltal (Ostfalen) betrachtet. Auch dort sind Salamander mit lediglich vier Exemplaren äußerst selten. Allerdings sind dort über 300 Olme erhalten geblieben. Olme leben ihr ganzes Leben im Wasser. Es besteht also die Möglichkeit, dass der Messeler Salamander ein ausgesprochen landbewohnendes Tier war, welches Gewässer nach der Entwicklung als Larve nicht mehr aufsuchte. Die häufige Salamanderart aus dem Enspelmaar könnte dagegen zeitlebens ans Wasser gebunden gewesen sein und dieses eher selten verlassen haben, was ihre Häufigkeit erklären könnte.

Bildnachweis
Foto: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung