Fossilien

Hyrachus minimus

Fakten

Deutscher Name

Urtapir

Taxonomie

Säugetiere; Nashörner und/oder Tapire

Benannt durch

Fischer

Jahr

1829

Erdzeitalter

Eozän

Alter

47 Millionen Jahre

Verwandtschaft Von der Gattung Hyrachus wurden bisher in der Grube Messel nur zwei Exemplare gefunden. Glücklicherweise sind diese aber vollständig und nicht von der Auflast der Sedimente zerdrückt worden. Beim Fund des ersten Exemplars wurde dieses für ein Urpferdchen gehalten, da sich beide sehr ähneln. Anhand der Zähne konnte man sie dann aber sicher von den Pferden unterscheiden. Hyrachus steht der stammesgeschichtlichen Wurzel der Tapire und Nashörner nahe. Ob er mit einer der beiden Gruppen näher verwandt ist oder beiden gleich nah steht, konnte noch nicht herausgefunden werden. Allerdings tendiert man momentan dazu, dass Hyrachus zwar tapirähnlich aussah, der Zahnschmelz und die Backenzähne aber eine nähere Verwandtschaft zu den Nashörnern zeigen. Anhand der Schädelknochen kann aber gezeigt werden, dass das Tier eine gewöhnliche Nase besaß und eine rüsselartige Schnauze wie bei einem Tapir eher unwahrscheinlich ist.

Lebensraum Die in der Nähe von Gewässern lebenden Tiere der Gattung Hyrachus kamen in Europa, Nordamerika und Asien vor.

Besonderheiten Das Exemplar von Hyrachus minimus aus dem Jahr 1973 war eines der ersten Fossilien welches mit der damals noch wenig bekannten Transfermethode präpariert worden ist. Die Präparation mit dieser damals innovativen Methode half sowohl das Fossil bekannt zu machen, als auch die neue Präparationsmethode zu verbreiten.
An Exemplaren von anderen Fossillagerstätten konnte gezeigt werden, dass Schultzes Regel auf H. minimus zutrifft. Diese Regel besagt, dass Säugetiere, welche länger leben mehr Abnutzungsspuren an den Milchzähnen aufweisen und sie deswegen früher im Leben verlieren. Dies bedeutet, dass H. minimus eher schnell gewachsen ist.

Bildnachweis
Foto: Hessisches Landesmuseum Darmstadt