Aussehen und Lebensweise Cyclurus kehreriist der am häufigsten gefundene Fisch der Grube Messel. Der Süßwasserfisch mit dem walzenförmigen Körper ist, im Gegensatz zu den Barschen der Grube Messel, ein eher ursprünglicher Fisch. Er ist allerdings nicht ganz so ursprünglich wie die Knochenhechte. Auch heute noch lebt eine Schlammfischart, Amia calva, in Nordamerika. Amia calva, auch Kahlhecht genannt, ist dem Messeler Schlammfisch Cyclurus kehreri so ähnlich, dass dieser lange Zeit mit der fossilen Art gleichgesetzt wurde. Diese nahe Verwandtschaft hilft uns die Lebensweise von C. kehreri besser rekonstruieren und verstehen zu können. So wird auch Cyclurus wie Amia ein gut getarnter Lauerjäger gewesen sein, der sich von Wirbellosen und anderen Fischen ernährte. Die Fähigkeit des heutigen Schlammfisches monatelang zu hungern (1916 wurde ein Fall dokumentiert, bei dem ein Schlammfisch 20 Monate lang ohne zu fressen überlebte) und niedrige Sauerstoffgehalte des Wassers zu ertragen, ist eine Erklärung dafür, warum Schlammfische so zahlreich im Messeler See lebten.
Besonderheiten Da Schlammfische so häufig gefunden werden, helfen sie die verschiedenen Erhaltungsformen ihrer Kadaver zu verstehen. So kann man Exemplare unterscheiden, die unmittelbar nach dem Tode im See, im Bodenschlamm des Maarsees eingebettet wurden, während andere vor der Einbettung ausgetrocknet waren und weitere vermutlich Fraßreste von anderen Tieren darstellen.
Bildnachweis
Foto: Hessisches Landesmuseum Darmstadt