Fossilien

Amphiperca multiformis

Fakten

Deutscher Name

Raubbarsch

Taxonomie

Knochenfische; Barsche

Benannt durch

Weitzel

Jahr

1933

Erdzeitalter

Eozän

Alter

47 Millionen Jahre

Die Barsche aus Messel Die drei Barscharten der Grube Messel werden, abgesehen vom Aal, seltener bei den Grabungen gefunden, als die anderen Fischarten. Von den beiden anderen Barschen ist Amphiperca multiformis durch die einheitliche Rückenflosse zu unterscheiden. Außerdem ist sein Körper hochrückiger. Bisher sind vom Raubbarsch nur mittelgroße Exemplare gefunden worden. Ausgewachsene Exemplare und Jungtiere fehlen noch.

Lebensweise Der Raubbarsch war sehr wahrscheinlich ein Lauerjäger, der seiner Beute, vermutlich kleine Fische, in ufernahen Verstecken auflauerte. Mit einem schnellen Stoß konnte er dann seine Beute überraschen und mit seinen großen Kiefern erbeuten.

Eine noch verborgene Artenvielfalt? Im Vergleich zu anderen ungefähr gleichaltrigen Fossillagerstätten mit Süßwasserablagerungen, ist die Grube Messel mit nur acht Fischarten deutlich artenärmer. Allerdings weisen fast alle der im Messelsee lebenden Arten eine sehr große Vielfalt auf. Diese Variabilität übersteigt die innerartliche Variabilität bei einigen der Messeler Arten deutlich im Gegensatz zu heutigen oder von anderen Fossillagerstätten beschriebenen Arten. So haben beim Raubbarsch einige Exemplare eine etwas eingeschnittene bis gerade Schwanzflosse, während anderen Exemplare eindeutig eine abgerundete Schwanzflosse aufweisen. Ein solcher Unterschied ist bei keiner heutigen Barschart bekannt, weder als innerartliche Variabilität, noch als Unterschied zwischen Männchen und Weibchen (Geschlechtsdimorphismus). Es kann also durchaus sein, dass neben A. multiformis auch andere, sehr ähnliche Barscharten A. multiformis zugeordnet werden. Schon dem Erstautor Karl Weitzel war dies beim Raubbarsch aufgefallen und der Grund warum er die Art Amphiperca multiformis nannte. Auch heute gibt es in einigen Seen einige nah miteinander Verwandte Arten, die sich in ihrem Skelettbau kaum unterscheiden. Ein gutes Beispiel hierfür ist die hohe Buntbarschvielfalt sowohl des Tanganjikasees, als auch des Malawisees. Bei solchen Seen handelt es sich fast immer um Langzeitseen. Langzeitseen sind Seen, die mindestens eine Millionen Jahre ununterbrochen Wasser führen, wodurch sie sehr tief sein müssen. Neben den genannten Seen ist auch der Baikalsee ein gutes Beispiel für einen Langzeitsee. Auch der Messelsee war ein solcher Langzeitsee. Er existierte für 1 bis 1,5 Millionen Jahre und war mindestens 200 m tief. Es kann also durchaus sein, dass in Zukunft mit neuen Funden und/oder besseren Untersuchungsmethoden ein neue Fischvielfalt entdeckt wird. Sollte sich hingegen doch irgendwann herausstellen, dass es sich nicht um innerartliche Variabilität handelt, so wäre es sehr spannend herauszufinden wie eine solche sonst weltweit unbekannte innerartliche Variabilität zustande gekommen ist.