Aussehen Bisher wurden nur zwei Exemplare der Eule Palaeoglaux artophoron in der Grube Messel gefunden. Bei beiden Fossilien fehlt der Kopf. Bei einem der Fossilien kann man gut die Krallen und die Schwanzfedern erkennen. Es handelt sich um eine kleine Eule von etwa der Größe eines Steinkauzes (Athene noctua). P. artophoron hat im Gegensatz zu allen Eulen der Kronengruppe, also auch aller heutigen Eulen, keinen knöchernen Bogen an der Speiche. Dies ist der ursprüngliche Zustand und dieses Merkmal eines jener wichtigen Merkmale, welche die modernen Eulen charakterisieren.
Verwandtschaft Eine weitere Art der Gattung Palaeoglaux, P. perrierensis stammt aus der Fossillagerstätte Quercy in Aquitanien (Frankreich). Somit ist sie jünger als P. artophoron, da sie nicht aus dem mittleren Eozän, sondern dem späten Eozän stammt. Von dieser Art kennt man bisher lediglich mehrere Gliedmaßen- und Brustgürtelknochen. Da die ältesten bekannten Eulen aus dem Paläozän stammen, ist P. artophoron mit einem eozänen Alter relativ nahe an der Entstehungszeit der Eulen.
Besonderheiten Aus der Grube Messel sind auch einige Gewölle bekannt. Diese Speiballen bestehen aus unverdaulichen Nahrungsresten, welche von Fleischfressern wieder hochgewürgt wurden. Eines dieser Gewölle enthält Vogelknochen und gleicht in seiner Form den Gewöllen heutiger Eulen. Es ist also möglich, dass dieser Speiballen von P. artophoron stammt.
Bildnachweis
Foto: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung