Aussehen Bei den Blättern von Daphnogene crebrigranosa handelt es sich um ein spitzes Blatt mit drei großen Blattnerven. Die Blätter sitzen immer in Paaren an den Zweigen. Die Stiele befinden sich an den gegenüberliegenden Seiten des Zweiges. Unter dem Mikroskop kann man die versteinerten Spaltöffnungsapparate an den Blattunterseiten sehen. Die Spaltöffnungen sind Poren mit Schließzellen in der Blattaußenseite welche Kohlenstoffdioxid aufnehmen und Sauerstoff sowie Wasser abgeben. Zusammen mit den um die Schließzellen liegenden Nebenzellen bilden die Spaltöffnungen die Spaltöffnungsapparate. Diese Spaltöffnungsapparate kann man unter Vergrößerung in den Kutikularstrukturen erkennen. Bei der Kutikula handelt es sich um einen wachsartigen Überzug, welcher von der Äußersten, der Luft ausgesetzten Zellschicht der Blätter und jungen Sprosse gebildet wird. In tieferen Schichten des Blattgewebes sind Füllungen von Ölkörpern vorhanden. Dies ist ein Charakteristikum für Lorbeergewächse.
Formtaxa Bei der Gattung Daphnogene handelt es sich um ein Formtaxa. Die Arten der Gattung sind stammesgeschichtlich nicht zusammengehörig, werden aber aus einfachen praktischen Gründen vorerst zu einer Gattung zusammengefasst. Man kann die verschiedenen nicht miteinander verwandten Pflanzengruppen an den gleich aussehenden Blättern nicht unterscheiden. Bei Daphnogene kann man zwar sagen, dass es sich um Lorbeergewächse handelt, aber es ist keine sichere Übereinstimmung mit heutigen Gattungen der Lorbeergewächse möglich. Auch heutige Lorbeergewächse lassen sich alleine an den Blättern nicht exakt unterscheiden. Vom Aussehen her gleicht Daphnogene innerhalb der heutigen Lorbeergewächse am besten den Zimtbäumen. Auch Laurophyllum ist eine fossile Formgattung der Lorbeergewächse, im Gegensatz zu Daphnogene aber nicht dreinervig sondern fiedernervig.
Verwandtschaft Dem Formtaxa Daphnogene werden viele Arten zugeordnet. Zeitlich sind sie vom Eozän bis zum Pliozän nachgewiesen. In dieser Zeit kann man vier „Entwicklungsstufen“ von Daphnogene unterscheiden. Beispiele für bekannte Arten der Gattung Daphnogene sind die in Bayerisch-Schwaben und Bayern gefundene Daphnogene polymorpha aus dem Miozän und die weit verbreitete Art Daphnogene cinnamomifolia aus dem Oligozän. Letztere wurde unter anderem an den Fundorten Siebengebirge, Enspel und Grube Wilhelmsfund im Rheinland (Deutschland), Kleinsaubernitz und Seifhennersdorf in Sachsen (Deutschland), Bad Häring und Duxer Köpfl in Tirol (Österreich), Sotzka in der Steiermark (Slowenien) sowie Kundratitz und Pirsberg in Böhmen (Tschechien) ausgegraben. Bei dieser Art kommen an den Fundstellen die beiden Formen Daphnogene cinnamomifolia cinnamomifolia und Daphnogene cinnamomifolia lanceolata vor, welche als Lichtblätter bzw. Sonnenblätter (Daphnogene cinnamomifolia lanceolata) und Schattenblätter () interpretiert werden. Interessant ist auch die Art Daphnogene makumensis, welche im Oligozän in Assam (Indien) und im Miozän in Nepal wuchs. Hier vermutet man eine Ähnlichkeit zum heutigen Indischen Lorbeerblatt Cinnamomum tamala, welches auch Mutterzimt genannt wird.
In der Grube Messel wurden neben D. crebrigranosa weitere Angehörige des Formtaxas Daphnogene aus der gleichen Zeit gefunden: Daphnogene cryptostoma, Daphnogene eocaenica, Daphnogene leptohuephe und Daphnogene multipora. Zusammen mit mindestens zwölf Formtaxa von Laurophyllum zeigt dies, dass es um den Messelsee viele Lorbeergewächse gegeben hat. Bei den Blättern werden zur Zeit insgesamt 21 Arten und bei den Früchten drei Arten von Lorbeergewächsen unterschieden.
Besonderheiten Daphnogene und somit auch D. crebrigranosa zeigt stets feuchte Verhältnisse an. Reste von Daphnogene vom Unteroligozän bis zum Obermiozän werden stets in Schichten von fließendem Süßwasser gefunden. Sie zeigen, dass sie nicht weit transportiert worden waren und somit in der Nähe solcher Gewässer wuchsen. Dagegen kam die ältere Art D. crebrigranosa auch an stehenden Gewässern mit Süßwasser vor.
Von D. crebrigranosa liegt sogar ein 17 cm langer Zweig mit acht Blättern vor. Dies ist ein seltener Fund.
Durch das Vorkommen vieler Arten von Lorbeergewächsen und die ausführliche Bearbeitung dieser Pflanzen durch Martin Sturm entstand bei manchen Menschen der Eindruck bei dem Wald um den Messelsee habe es sich um einen Lorbeerwald gehandelt. Auch wenn die Lorbeergewächse in einer großen Vielfalt (sie sind die Familie der Blütenpflanzen mit der höchsten Artenzahl) und Häufigkeit vorkamen ist dieser Eindruck nicht richtig. Die verschiedenen Lorbeergewächse haben vermutlich eine wichtige Rolle innerhalb der Stockwerke mit niedrigen Gehölzen und kleinen Bäumen gespielt. Allerdings waren es keine Lorbeerwälder, sondern ein sehr artenreicher Regenwald mit einer sehr vielfältigen Flora.
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Foto: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung